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Krankenhausbetreiberin haftet für Hirnschädigung

Aufgrund einer Sauerstoffunterversorgung während einer Vollnarkose und der dadurch entstandenen Hirnschädigung eines Patienten ist die Betreiberin eines Krankenhauses zur Schmerzensgeldzahlung verurteilt.

Im Jahr 2013 wurde der zum damaligen Zeitpunkt 17-jährige Kläger im Klinikum der Beklagten wegen eines Nasenbeinbruchs operiert. Während der Vollnarkose kam es zu einer etwa 25-minütigen Sauerstoffunterversorgung, weil die Schläuche des verwendeten Beatmungsgeräts fehlerhaft angeschlossen worden waren. Infolge dessen erlitt der Kläger einen schweren hypoxischen Hirnschaden mit apallischem Syndrom und spastischer Tetraparese. Beklagtenseits war an den Kläger vorgerichtlich bereits ein Schmerzensgeld in Höhe von 500.000 € gezahlt worden. Mit seiner Klage machte der Kläger weitere 500.000 € Schmerzensgeld geltend.

Das Landgericht Gießen hat ein Schmerzensgeld von insgesamt 800.000 € für angemessen erachtet und dem Kläger eine Zahlung von weiteren 300.000 € zugesprochen. Nach Auffassung des Gerichts ist das hohe Schmerzensgeld insbesondere mit dem Grad der Schädigung des Klägers zu begründen, der zu einem selbstbestimmten Leben nicht mehr in der Lage ist. Zudem sei der Kläger im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses noch sehr jung gewesen. Erschwerend kam hinzu, dass die Verletzungen des Klägers aus einer fehlerhaften Bedienung des Beatmungsgeräts und damit aus dem Bereich eines voll beherrschbaren Risikos resultieren.

Quelle: Landgericht Gießen, Urteil vom 06.11.2019 – 5 O 376/18

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