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Jameda zur Löschung mehrerer Ärzte-Profile verurteilt

Erneut haben Ärzte die Betreiberin des Online-Bewertungsportals Jameda.de auf Löschung ihres dort ohne ihr Einverständnis angelegten sog. Basisprofils verklagt. Das LG München I hielt die Ausgestaltung der Profile für teilweise unzulässig. Jameda habe die zulässige Rolle des „neutralen Informationsmittlers“ verlassen und zahlenden Kunden auf unzulässige Weise einen „verdeckten Vorteil“ gewährt.

Die Kammer beanstandete, dass Jameda auf den Profilen der klagenden „Basiskunden“ sogenannte „Expertenratgeber-Artikel“ zahlender Jameda-Kunden unter Verlinkung des jeweiligen Profils veröffentlichte, während zumindest auf den Profilen von Platin-Kunden keine Artikel anderer Ärzte angezeigt wurden. Die Fachartikel seien inhaltlich geeignet gewesen, das Interesse eines potentiellen Patienten von den Basiskunden weg, hin zu den Verfassern der Fachartikel als vermeintlich besonders kompetente „Experten“ zu lenken.

Grundsätzlich, betonte das Gericht, erfülle das Ärztebewertungsportal Jameda allerdings eine von der Rechtsordnung grundsätzlich gebilligte und gesellschaftlich erwünschte Funktion – solange es seine Stellung als „neutraler Informationsmittler“ wahre und seinen zahlenden Kunden keine „verdeckten Vorteile“ gegenüber den nicht zahlenden Basiskunden verschaffe.

Quelle: Landgericht München I, Urteile vom 06.12.2019 – 25 O 13978/18, 25 O 13979/18 und 25 O 13980/18

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