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Gynäkologen wegen Totschlags verurteilt

Das LG Berlin hat zwei Frauenärzte wegen bewusster Tötung eines kranken Zwillingskindes zu Bewährungsstrafen verurteilt. Das Gericht sah als erwiesen an, dass die beiden Gynäkologen während eines Kaiserschnitts zunächst ein erstes gesundes Kind entbunden, dessen eineiige Zwillingsschwester dann aber mittels einer Kaliumchloridinjektion bewusst getötet haben.

Das zweite Mädchen litt unter einem schweren Hirnschaden, der bereits im Verlaufe der Schwangerschaft festgestellt worden war, weshalb sich die Eltern für eine sog. Spätabtreibung entschieden hatten. Anstatt aber das Kind bereits während der Schwangerschaft im Mutterleib zu töten, wie es bei einer entsprechenden Indikation rechtlich zulässig und medizinisch möglich gewesen wäre, warteten die Ärzte zunächst den Beginn der Geburt ab, um den Eingriff vorzunehmen. Das getötete Kind war nach Sachverständigenangaben lebensfähig.

Die beiden Ärzte hatten sich dahingehend eingelassen, dass sie angesichts der medizinischen Besonderheit des Falles im Interesse des gesunden Mädchens von einem sog. selektiven Fetozid – der gezielten Tötung eines Zwillings im Mutterleib vor Beginn der Geburt – abgesehen hätten. Sie seien davon ausgegangen, dass ihr Handeln rechtmäßig war, weil das Mädchen sich noch im (geöffneten) Mutterleib befunden habe, als sie die Injektion durchführten.

Landgericht Berlin, Urteil vom 19.11.2019 – 532 Ks 7/16

– Entscheidung offenbar bisher nicht veröffentlicht –

Quelle: Pressemitteilung des Kammergerichts Berlin

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