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Fehlerhafte wirtschaftliche Aufklärung: Chirurg behält Vergütungsanspruch

Die in § 630c Abs. 3 Satz 1 BGB kodifizierte Pflicht des Behandlers zur wirtschaftlichen Information des Patienten soll den Patienten vor finanziellen Überraschungen schützen und ihn in die Lage versetzen, die wirtschaftliche Tragweite seiner Entscheidung zu überschauen. Sie zielt allerdings nicht auf eine umfassende Aufklärung des Patienten über die wirtschaftlichen Folgen einer Behandlung.

Der Arzt, der eine neue, noch nicht allgemein anerkannte Behandlungsmethode anwendet, muss die Möglichkeit in den Blick nehmen, dass der private Krankenversicherer die dafür erforderlichen Kosten nicht in vollem Umfang erstattet. Die Beweislast dafür, dass sich der Patient bei ordnungsgemäßer Information über die voraussichtlichen Behandlungskosten gegen die in Rede stehende medizinische Behandlung entschieden hätte, trägt nach allgemeinen Grundsätzen der Patient. Eine Beweislastumkehr erfolgt (anders als bei der fehlerhaften Aufklärung über Risiken)  nicht.

Kann der Patient nicht beweisen, dass die Informationspflichtverletzung des Arztes kausal für den Schaden des Patienten geworden ist, kann die Klage gegen einen Chirurgen auf Rückzahlung des für eine Krampfadertherapie gezahlten Behandlungshonorars keinen Erfolg haben.

Quelle: Bundesgerichtshof, Urteil vom 28.01.2020 – VI ZR 92/19

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