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„Ambulant vor stationär“ gilt auch für Privatversicherte

Der Versicherungsnehmer ist verpflichtet, auf die Interessen des Versicherers Rücksicht zu nehmen. Er verhält sich treuwidrig, wenn er Heilbehandlungen und Therapieformen über das Erforderliche hinaus in Anspruch nimmt. Diesem Rechtsgedanken zufolge ist er verpflichtet, sich vorrangig auf eine ambulante Behandlung verweisen zu lassen, um den Versicherer, aber auch die Gemeinschaft der Versicherten, zu schonen. Auch bei privaten Krankenversicherungen gilt der Vorrang der ambulanten vor der stationären Heilbehandlung.

Diese Differenzierung und die Nachrangigkeit der stationären Behandlung ist für den durchschnittlichen Versicherungsnehmer auch erkennbar. Die Beurteilung hängt nicht allein von der Auffassung des Versicherungsnehmers oder des ihn behandelnden Arztes ab, sondern von den objektiven medizinischen Befunden und Erkenntnissen im Zeitpunkt der Vornahme der Behandlung. Maßgeblich ist die Sicht des durchschnittlichen Versicherungsnehmers als juristischem Laien, bei dem keine Kenntnisse von der Gesetzeslage vorausgesetzt werden können.

Quelle: Landgericht Mannheim, Urteil vom 10.9.2020 – 9 O 383/19

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