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Zum Zahnarztwechsel bei Zahnersatzbehandlung

Nach begonnener Zahnersatzbehandlung ist das Recht der freien Arztwahl eingeschränkt. Die Einschränkung gilt bis zum Abschluss der Behandlung und darüber hinaus bis zum Ablauf des Zeitraums, in dem bei fehlerhaftem Zahnersatz aufgrund der zweijährigen Gewährleistung ein Anspruch auf kostenfreie Mängelbeseitigung oder Neuanfertigung durch den bisherigen Behandler besteht. Eine solche Bindung an den bisherigen Behandler besteht nur dann nicht, wenn die dortige Weiterbehandlung für den Versicherten unzumutbar wäre.

Das SG Frankfurt/Main hatte über Eilanträge in Bezug auf die Verpflichtung einer Krankenkasse zu entscheiden, Kosten für Zahnersatzbehandlungen durch einen anderen Zahnarzt als den bisherigen Behandler zu übernehmen. Es entschied zugunsten einer 65-jährigen Antragstellerin. Aufgrund eines erheblichen Konflikts mit der bisher behandelnden Zahnärztin sei es der Versicherten nicht zumutbar, weiterhin auf diese Behandlerin verwiesen zu werden. Die Krankenkasse sei daher zur Übernahme der Behandlungskosten eines anderen Zahnarztes vorläufig verpflichtet.

Einen weiteren Eilantrag lehnte das Gericht ab. Die geplante prothetische Gesamtversorgung war in diesem Fall noch nicht abgeschlossen, sodass das SG die Versorgung (noch) nicht auf ihre Mangelhaftigkeit hin beurteilen konnte. Der Antragstellerin sei eine Weiterbehandlung bei der bisherigen Zahnärztin auch zumutbar. Unstimmigkeiten zwischen der Antragstellerin und der Behandlerin in Bezug auf vorzunehmende Nachbesserungen seien allein kein Beleg für ein zerstörtes Vertrauensverhältnis.

Quelle: Sozialgericht Frankfurt/Main, Beschluss vom 07.03.2019 – S 18 KR 2756/18 ER

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