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Vertrieb rezeptfreier apothekenpflichtiger Medikamente über amazon.de zulässig

Der Verkauf von rezeptfreien, apothekenpflichtigen Medikamenten über die Handelsplattform „amazon.de“ stellt für einen Apotheker keine unlautere geschäftliche Handlung nach § 3 UWG dar. Der Internetversandhandel mit rezeptfreien Medikamenten ist erlaubt. Vor diesem Hintergrund darf ein Apotheker auch den Vertriebsweg über eine Handelsplattform wie Amazon wählen.

Ein Apotheker aus dem Harz bietet als Marktplatz-Verkäufer rezeptfreie und apothekenpflichtige Medikamente über die Handelsplattform amazon.de an, wobei er unter dem Namen seiner Apotheke auftritt. Verkauf und Versand der Medikamente erfolgen nicht über Amazon, sondern über die Apotheke. Ein anderer Apotheker verlangte von ihm, den Vertrieb der Medikamente über Amazon zu unterlassen. Seine Klage hatte keinen Erfolg.

Der Beklagte betreibt eine Apotheke und besitzt die behördliche Erlaubnis zum Versand von Medikamenten. Die Handelsplattform vermittelt auch lediglich den Zugang zu seinem Angebot. An der pharmazeutischen Tätigkeit, dem Medikamentenverkauf und -versand, ist die Handelsplattform nicht beteiligt.

Dem Gericht zufolge lässt sich aus dem Umstand, dass bei Amazon Kundenbewertungen der Medikamente und der Apotheke stattfinden, auch kein Verstoß gegen Vorschriften zur Medikamentenwerbung herleiten. Jeder Nutzer der Seite amazon.de könne sofort erkennen, dass es sich hierbei um Meinungen der Verbraucher und nicht um Werbung und Wertungen der Apotheke selbst handelt.

Quelle: Landgericht Magdeburg , Urteil vom 18.01.2019 – 36 O 48/18

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