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Unterlassene Darmspiegelung als grober Behandlungsfehler

Nimmt ein Internist bei seiner Patientin mit heftigen Blutungen aus dem Anus keine Darmspiegelung vor, haftet er für eine nicht erkannte Darmkrebserkrankung wegen eines groben Behandlungsfehlers nach den Regeln der Beweislastumkehr. Ein Schmerzensgeld in Höhe von 70.000 € kann angemessen sein.

Ein Internist hatte bei einer Patientin trotz ihrer zum Teil heftigen rektalen Blutungen ohne Durchführung einer Darmspiegelung lediglich Hämorrhoiden und eine Analfissur diagnostiziert. Später wurde bei der Patientin Darmkrebs mit Metastasenbildung in der Leber entdeckt.

Die Unterlassung der Darmspiegelung habe in gravierender Weise gegen die Regeln der ärztlichen Kunst verstoßen, sodass zugunsten der Patientin eine sog. Beweislastumkehr greife, befand das OLG. Der Arzt habe beweisen müssen, dass die um neun Monate verspätete Krebsdiagnose nicht für den weiteren Krankheitsverlauf der verstorbenen Patientin ursächlich geworden sei. Dies sei ihm nicht gelungen (vgl. Oberlandesgericht  Braunschweig, Urteil vom 28.02.2019 – 9 U 129/15).

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