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Der „Kater danach“ ist eine Krankheit

Ein Alkoholkater stellt eine Krankheit dar. Werbeaussagen, wonach ein Nahrungsergänzungsmittel einem Alkoholkater vorbeugen bzw. seine Folgen mindern soll, verstoßen damit gegen das Verbot, Lebensmitteln krankheitsbezogene Eigenschaften zuzuweisen.

Nach den Vorgaben der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) dürfen Informationen über ein Lebensmittel diesem keine Eigenschaften der Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit zuschreiben oder den Eindruck dieser Eigenschaft entstehen lassen. Eine Aussage ist krankheitsbezogen, wenn sie direkt oder indirekt den Eindruck vermittelt, dass das beworbene Lebensmittel zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer Krankheit beiträgt.

Bei einem „Kater“ bzw. „Hangover“ handelt es sich um eine Krankheit. Im Interesse eines möglichst wirksamen Gesundheitsschutzes ist der Begriff weit auszulegen. Unter Krankheit ist daher jede Störung der normalen Beschaffenheit oder der normalen Tätigkeit des Körpers zu verstehen, auch wenn die Störung nur geringfügig oder vorübergehend ist.

Ein Kater wird mit Symptomen wie Müdigkeit, Übelkeit und Kopfschmerz beschrieben, die außerhalb der natürlichen Schwankungsbreite des menschlichen Körpers liegen. Nicht maßgeblich ist, dass die Symptome regelmäßig von selbst verschwinden und keiner ärztlichen Behandlung bedürfen. Für den Alkoholkater gibt es auch den medizinischen Fachbegriff „Veisalgia“.

Quelle: Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 12.09.2019 – 6 U 114/18 – veröffentlicht unter juris.de

 

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