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Aktuelles

Bedarfsplanungs-Richtlinie angepasst

Der G-BA hat am 16.05.2019 Anpassungen der Bedarfsplanungs-Richtlinie beschlossen. Künftig soll es differenziertere und zusätzliche Instrumente für die Landesebene geben, um die regionale und lokale Verteilung von Vertragsärzt(inn)en und Psychotherapeut(inn)en bedarfsorientierter zu steuern. Nach Umsetzung des Beschlusses können bundesweit 3.470 neue Niederlassungsmöglichkeiten entstehen, zusätzlich zu den rund 3.440 derzeit offenen Niederlassungsmöglichkeiten. Von den neuen Niederlassungsmöglichkeiten entfallen 1.446 auf Hausärzte, rund 776 auf Psychotherapeuten, 476 auf Nervenärzte sowie 401 auf Kinder- und Jugendärzte.

Die Verhältniszahlen (Einwohnerzahl pro Arzt bzw. Psychotherapeut) sind in der BPL-RL weiterhin nach Arztgruppe und Planungsbereich differenziert als bundeseinheitlicher Maßstab festgelegt. Künftig wird es jedoch ein zweistufiges Berechnungsverfahren zur Anpassung dieser Basis-Verhältniszahlen nach vier Altersgruppen, Geschlecht und Krankheitslast in einer Region geben. Die errechneten regionalen Verhältniszahlen spiegeln dann wider, ob in einem Planungsbereich mehr oder weniger Ärzte beziehungsweise Psychotherapeuten benötigt werden als im Bundesdurchschnitt.

Mit der Überarbeitung der Richtlinie wurden die Verhältniszahlen für Kinder- und Jugendärzte, Nervenärzte, Psychotherapeuten und Fachinternisten abgesenkt, da hier ein grundsätzlicher Mehrbedarf an Ärzt(inn)en bzw. an Psychotherapeut(inn)en festgestellt wurde.

In der Arztgruppe der Fachinternisten legte der G-BA für Rheumatologen eine Mindestquote von 8 % fest. Die Erhöhung auf 10 % wird nach fünf Jahren geprüft. Weiterhin wurden für ausgewählte Fachinternisten Maximalquoten festgelegt, die bei Zulassung und Nachbesetzung nicht überschritten werden sollen. Für die Arztgruppe der Kardiologen liegt dieser Höchstanteil bei 33 %, für Gastroenterologen bei 19 %, für Pneumologen bei 18 % und für Nephrologen bei 25 %.

Darüber hinaus hat der G-BA die TSVG neu geschaffenen Möglichkeiten umgesetzt, wonach Landesbehörden in ländlichen oder strukturschwachen Gebieten Zulassungssperren für die Neuniederlassung von Vertragsärzt(inn)en und Vertragspsychotherapeut(inn)en aufheben können.

Der Beschluss zur Weiterentwicklung der Bedarfsplanung kann nach Nichtbeanstandung des BMG mit Wirkung zum 30.06.2019 in Kraft treten. Anschließend haben die Landesausschüsse maximal sechs Monate Zeit, die beschlossenen Änderungen umzusetzen. Im Zuge dessen werden auch die in einer KV zu erwartenden zusätzlichen Niederlassungsmöglichkeiten pro Planungsbereich berechnet.

Beschluss und weitere Informationen:
https://www.g-ba.de/beschluesse/3798/

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