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Landgericht Ingolstadt: Zusammengebrochener Stuhl während Faschingssitzung

Das Landgericht Ingolstadt hat die Klage wegen eines zusammengebrochenen Stuhls während einer Faschingssitzung abgewiesen.

Der Kläger forderte vom Beklagten damit vergeblich Schadensersatz in Höhe von rund 1.600.-€ und Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 10.000.-€. Am 11.11.2017 war während der Faschingssitzung des Vereins „Zirkus Tonelli“ in der bayerischen Traditionswirtschaft des Beklagten in Wolnzach der Holz-Stuhl, auf dem der Kläger saß, zusammengebrochen. Die Verleimung zweier Stuhlbeine hatte sich gelöst. Der Kläger erlitt dadurch eine zweifache Sprunggelenksfraktur, wofür er den Gastwirt verantwortlich macht. Die Klage wurde abgewiesen, da es sich zur Überzeugung des Gerichts um einen schicksalshaften Unfallverlauf gehandelt habe, den niemand voraussehen konnte. Jeder Wirt müsse zwar grundsätzlich für die Sicherheit seine Gäste sorgen. – Aber eben nur in zumutbarem Maß.

Das Gericht hat in seinem Urteil bekräftigt, dass stabile hölzerne bayerische Wirtshausstühle – auch wenn sie wie im vorliegenden Fall bereits 15 Jahre alt waren, keiner regelmäßigen „Rüttelprobe“ unterzogen werden müssen. Bei solchen Stühlen handele es sich nicht „um allgemein als gefahrtragend anzusehende Einrichtungen“. Eine allgemeine Sichtkontrolle bei den üblichen Wisch- und Reinigungsarbeiten in der Wirtsstube reiche daher aus. Und eine solche allgemeine Kontrolle habe der Wirt durch das regelmäßige Hochstellen der Stühle beim Wischen auch ausreichend durchgeführt. Der Stuhl habe ja – wie der Kläger selbst bestätigt habe -, bis zu seinem unvermittelten Zusammenbruch nach einigen Minuten des Sitzens auch nicht gewackelt oder sonstige Auffälligkeiten gezeigt. Damit hätte auch der vom Kläger darüber hinaus geforderte Belastungstest durch vorheriges „Probesitzen“ des Gastwirts nichts genützt (vgl. Urteil des LG Ingolstadt vom 11.07.2017, Az.: 51 O 1820/16).

Quelle: Pressemitteilung des LG Ingolstadt vom 11.07.2017

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