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Anästhesisten dürfen Telefondienste als „unvorhergesehene Inanspruchnahme“ abrechnen

Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass alle ärztlichen Leistungen im Rahmen der Sprechstundentätigkeit erbracht werden können. Ist das nicht der Fall, soll die unvorhergesehene Inanspruchnahme des Arztes entsprechend durch die GOP 01100 EBM-Ä abgegolten werden. Das ist nicht zu leisten, wenn vom Arzt Leistungen bewusst, geplant und organisiert außerhalb der Sprechstunden angeboten werden, weil das mit einer Dienstsituation verbunden und die Inanspruchnahme damit vorhersehbar ist.

Bei einer überörtlichen anästhesistischen Gemeinschaftspraxis stellt sich die Situation anders dar. Auch wenn diese auf einen ganztägigen Rufbereitschaftsdienst hinweist, so besteht die eigentliche Tätigkeit in der Erbringung der anästhesistischen Leistungen in anderen Operationspraxen und Zentren. Dadurch bietet sie keine Sprechstunde im engeren Sinne an und kann Patienten nicht auf deren Nutzung verweisen.

Insofern ist der Begriff der unvorhersehbaren Inanspruchnahme bei dieser Facharztgruppe weit auszulegen. Bietet eine überörtliche anästhesistische Praxis, deren Ärzte keine eigene Sprechstunde abhalten, eine telefonische 24-Stunden-Rufbereitschaft bei Komplikationen an, darf die Praxis die Telefondienste nach GOP 01100 EBM-Ä abrechnen. Anders lautende Honorarrückforderungsbescheide sind rechtswidrig (vgl. Sozialgericht München, Urteil vom 15.05.2017 – S 38 KA 305/15).

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