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Zur Anforderung an die Aufklärung bei nur prophylaktischer Maßnahme bei Sigmaresektion

Zu den Anforderungen an die Aufklärung, wenn eine Operation (hier: Sigmaresektion) nur deshalb relativ indiziert ist, weil ihre Erforderlichkeit (subjektiv) vom Sicherheitsbedürfnis des Patienten abhängt.
Ist bei einem Patienten eine unkomplizierte Divertikulitis im Dickdarmbereich festgestellt worden, also eine Entzündung ohne gravierende Begleiteffekte, kommt es (nach den vom Erstgericht in Bezug genommenen Ausführungen des medizinischen Sachverständigen) bei konservativer Behandlung (Antibiose, Diät) in etwa 75% der Fälle nicht zu einem weiteren Entzündungsschub.

Daher hat es im Jahr 2007 dem medizinischen Standard entsprochen, nur bei einer komplizierten Divertikulitis (mit Blutung, Abszessbildung,
Perforation oder Peritonitis) oder nach mehrmaligen Entzündungsschüben eine Operation durchzuführen.
Ein Patient mit einer unkomplizierten Divertikulitis im Stadium 1 war (im Jahre 2007) daher über eine mögliche konservative Behandlung aufzuklären und darüber, dass eine Operation in seinem Fall eine rein prophylaktische Maßnahme darstellte.
Auf die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers wurde der Beschluss des 1. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Celle aufgehoben und zurückverwiesen (vgl. BGH, Beschluss vom 15.09.2015, Az. VI ZR 170/14).

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