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100.000 € Schmerzensgeld bei zu spät erkannter Hautkrebserkrankung

Das OLG Hamm hat die Mitglieder einer hautärztlichen Gemeinschaftspraxis zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 100.000 € verurteilt. Der behandelnde Arzt der Gemeinschaftspraxis habe aufgrund eines als grob zu bewertenden Behandlungsfehler die Hautkrebserkrankung einer Patientin nicht rechtzeitig erkannt, weswegen ihm die bis zum Tod führende Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Patientin zuzurechnen sei, entschied das Gericht.

Die Patientin hatte den Arzt zur Abklärung der Verfärbung eines Zehennagels nach einer Stoßverletzung aufgesucht. Ein Nagelhämatom in Betracht ziehend veranlasste einer der Beklagten die Einreichung einer Nagelprobe, die histologisch untersucht wurde und lediglich einen bakteriell infizierten Nagel auswies. Eine weitere dermatologische Behandlung unterblieb. Im Folgejahr hatte sich die Verfärbung des Zehnnagels nicht zurückgebildet und es wurde eine Krebserkrankung festgestellt, woraufhin die Patientin noch vor ihrem Tod einen Haftungsprozess anstrengte.

Nach Auffassung des OLG hat der die Patientin behandelnde Beklagte versäumt, eine ausreichende histologische Untersuchung zum Ausschluss eines Melanoms sicherzustellen, das bei ordnungsgemäßer Befundung hätte festgestellt werden müssen. Darüber hinaus sei den Beklagten vorzuwerfen, der Patientin nicht hinreichend deutlich gemacht zu haben, dass sie sich zur weiteren Befundung in der Praxis alsbald wiedervorstellen solle. Das Fehlverhalten der Beklagten sei jedenfalls in der Gesamtheit als grob behandlungsfehlerhaft zu beurteilen und führe zu einer Beweislastumkehr hinsichtlich der zurechenbaren Folgen (vgl. Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 27.10.2015 – 26 U 63/15).

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