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Verwendung eines falschen Aufklärungsbogens

Die Angaben in ärztlichen Aufklärungsgesprächen und in standardisierten Aufklärungsbögen zur Wahrscheinlichkeit des Eintritts bestimmter Komplikationen (Komplikationsdichte) haben sich an der Häufigkeitsdefinition des Medical Dictionary for Regulatory Activities (MedDRA), die in Medikamenten-Beipackzetteln Verwendung findet, zu orientieren. Eine hiervon abweichende Verwendung der Risikobeschreibungen („selten, sehr selten“ etc.) kann eine verharmlosende Risikoaufklärung darstellen.

Eine Patientin hatte sich in einer orthopädischen Klinik einer Hüftprothesen-Wechseloperation unterzogen und anschließend eine zunächst erfolglose Haftungsklage angestrengt. Im Gegensatz zum Landgericht stellte das Berufungsgericht eine unzureichende Aufklärung der Klägerin über das Risiko einer schwerwiegenden Nervschädigung im Zuge des Eingriffs fest und verurteilte die Klinik, den Chefarzt als verantwortlichen Operateur sowie einen Operationsassistenten zur gesamtschuldnerischen Haftung. Die Darstellung in dem verwendeten Aufklärungsbogen wurde vom OLG als „unzulässige Verharmlosung des Operationsrisikos“ gewertet (vgl. Oberlandesgericht Nürnberg, Urteil vom 30.04.2015 – 5 U 2282/13).

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