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Tierärztlicher Untersuchung vor Verkauf des Pferdes

Die Drittbezogenheit der Leistung eines Vertrages mit Schutzwirkung zugunsten Dritter setzt voraus, dass der Dritte bestimmungsgemäß ebenso mit der Leistung in Berührung kommen und den Gefahren von Schutzpflichtverletzungen ausgesetzt sein muss wie der Gläubiger selbst. Dabei muss für den Schuldner erkennbar sein, dass infolge eines Fehlers bei der Vertragserfüllung ein Dritter zu Schaden kommen kann.

Bei einem Vertrag zur Untersuchung des Gesundheitszustandes eines Pferdes durch einen Tierarzt liegt eine Drittbezogenheit nicht schon dann vor, wenn der Auftraggeber eine Verwendung gegenüber Dritten plant, solange er dies dem Auftragnehmer nicht deutlich macht und sich der Auftragnehmer auf eine Drittbezogenheit nicht einlässt. Findet die Untersuchung des Pferdes nur kurze Zeit vor dem Verkauf des Tieres statt, so macht allein die zeitliche Nähe der beiden Ereignisse unabhängig davon, ob der Verkaufswunsch vor oder nach der Untersuchung gefasst wurde, allein mangels Erkennbarkeit einer Verkaufsabsicht noch nicht zu einer „Kaufuntersuchung“. (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 04.11.2014, Az.: 24 U 80/14).

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