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Dauermandat kann Steuerberater zu umfangreicher Gestaltungsberatung verpflichten

Eine interessante Entscheidung des OLG Koblenz vom 15.04.2014 – 3 U 633/13 – zur Frage der Beratungspflicht eines Steuerberaters.

Die Aufgabe des Steuerberaters richtet sich zwar grundsätzlich zunächst nach dem Inhalt und dem Umfang des erteilten Mandats. Der Steuerberater ist dabei verpflichtet, sich mit den steuerrechtlichen Punkten zu befassen, die zur pflichtgemäßen Erledigung des ihm erteilten Auftrags zu beachten sind. Nur in den hierdurch gezogenen Grenzen des Dauermandats hat er den Auftraggeber auch ungefragt über die bei der Bearbeitung auftauchenden steuerrechtlichen Fragen zu belehren (in Anknüpfung an BGH, Urteile vom 07.03.2013 – IX ZR 64/12 – NJW-RR 2013, 983 ff; vom 04.03.1987 – IV a ZR 222/85 – WM 1987, 661 f.; vom 26.01.1995 – IX ZR 10/94 – BGHZ 128, 358, 361; vom 28.11.1966 – VII ZR 132/64 – WM 1967, 72, 73; vom 06.12.1979 – VII ZR 19/79 – WM 1980, 308, 309; vom 26.01.1995, aaO).

Zu den vertraglichen Nebenpflichten des Steuerberaters gehört es, den Mandanten nach Treu und Glauben gemäß § 242 BGB vor Schaden zu bewahren und auf Fehlentscheidungen, die für ihn offen zutage liegen, hinzuweisen (BGH, Urteil vom 07.05.1991 – IX ZR 188/90 – WM 1991, 1303, 1304; vom 26.01.1995, aaO, 362; vom 21.07.2005 – IX ZR 6/02 – WM 2005, 1904, 1905).

Auch wenn der Steuerberater keinen ausdrücklichen Auftrag zur körperschaftsteuerlichen Gestaltungsberatung hat, muss er die im Rahmen eines Dauermandats anfallenden Fragen von sich aus aufgreifen und mit dem Mandanten erörtern. Im Rahmen eines umfassenden Dauermandats (in Anknüpfung an BGH Urteil vom 23.02.2012 – IX ZR 92/08 – VersR 2012, 872; Urteil vom 20.11.1997 – IX ZR 62/97 – VersR 1998, 598 = WM 1998, 299, 300; OLG Köln, Urteil vom 19.02.1999 – 19 U 115/98 – OLGR Köln 1999, 265 ff., OLG Bamberg, Urteil vom 28.04.2006 – 6 U 23/05 – DB 2006, 1262 ff.), welches alle Steuerarten umfasst, die für den Auftraggeber in Betracht kommen, ist er verpflichtet zur Beratung einschließlich der Möglichkeit zu zivilrechtlichen Steuergestaltungen auch jenseits der konkret bearbeitenden Angelegenheiten (in Anknüpfung an BGH, Urteile vom 23.02.2012 – IX ZR 92/08 – VersR 2012, 872; vom 11.05.1995 – IX ZR 140/94 -VersR 1995, 1062, 1065; vom 20.11.1997, aaO).

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