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Ausnahme vom Grundsatz der Beweislastumkehr bei grobem Behandlungsfehler bei Möglichkeit mehrerer Gesundheitsschäden aufgrund eines groben Verstoßes gegen den ärztlichen Standard

Die Umkehr der Beweislast im Falle eines groben Behandlungsfehlers hat ihren Grund (vgl. BGH vom 27. März 2007 – VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 25) darin, dass das Spektrum der für den Misserfolg der ärztlichen Behandlung in Betracht kommenden Ursachen gerade wegen der elementaren Bedeutung des Fehlers in besonderem Maße verbreitert bzw. verschoben worden ist (vgl. BGH vom 16. März 2010 – VI ZR 64/09, VersR 2010, 627 Rn. 18).

 

Es entspricht deshalb der Billigkeit, die durch den Fehler in das Geschehen hineingetragene Aufklärungserschwernis nicht dem Geschädigten anzulasten (Senatsurteil vom 21. September 1982 – VI ZR 302/80, BGHZ 85, 212, 216).

 

Für diese Billigkeitserwägungen bleibt aber nach Ansicht des BGH dann kein Raum, wenn feststeht, dass nicht die dem Arzt zum groben Fehler gereichende Verkennung eines Risikos schadensursächlich geworden ist, sondern allenfalls ein in derselben Behandlungsentscheidung zum Ausdruck gekommener, aber nicht schwerwiegender Verstoß gegen weitere ärztliche Sorgfaltspflichten (vgl. BGH, Urteil vom 19.06.2012, Aktenzeichen: VI ZR 77/11; BGH vom 16. Juni 1981 – VI ZR 38/80, VersR 1981, 954 Rn. 12).

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